Naturstreife „Zwischen Glaube, Wissenschaft und Aberglaube“
Wie jedes Monat, fand auch im April wieder eine Naturstreife der Wasserwacht Ortsgruppe Plattling mit dem Team des Gewässer, Natur und Umweltschutzteam statt. Ziel war diesmal das Geotop „Der wachsende Felsen von Usterling“ bei Landau. So machten sich am Samstag, den 25. April 14 Teilnehmer hierzu auf.
Am Parkplatz und an der Infotafel angekommen erzählte Nicole Waas, die die Streife vorbereitet hatte, einiges Allgemeines zum wachsenden Felsen. Nach einem kurzen Fußweg kam die Gruppe am Felsen an. Hier erklärte Waas wie der ca. 5000 Jahre alte Felsen mit einer jetzigen Größe von fast 40 Meter Länge und 5 Meter Höhe entstand und jährlich weiter um 1 Millimeter wächst.
Da das Thema der Naturstreife „Zwischen Glaube, Wissenschaft und Aberglaube“ war, wurde auch auf diese Themen eingegangen. Gleich neben dem Felsen steht die Johanniskapelle. Das älteste Bild des wachsenden Felsen ist auf dem Altar der Usterlinger Kirche von 1520 zu finden. Hier wird Jesus im Vordergrund des Felsen vom Johannes dem Täufer getauft. Deswegen wird der Felsen auch „Johannisfelsen“ genannt. Man sagt dem Wasser, das auf der Rinne am Felsen nach unten fließt, eine heilende Wirkung bei Augenkrankheiten zu.
Weiter ging es dann die Stufen am Felsen vorbei nach oben in ein Waldstück. Immer wieder hielt die Gruppe für Fotos von und mit der steinernen Rinne an. Oben angekommen gab es noch die eine und andere Information an. Wie zum Beispiel, dass der Eichelhäher die Rinne immer mit Nüssen verstopft. Die Rinne halten die Nüsse fest und der Eichelhäher kann diese dann aufklopfen. Wenn er jedoch gestört wird verbleiben die Nüsse in der Rinne. Ein vom Landkreis bestellter Felsenwächter, sorgt dafür, dass die Rinne wieder gereinigt werde. Außerdem schaut er nach dem rechten, da der Felsen nicht betreten werden darf.
Weiter ging es dann durch das Waldstück, an Feldern entlang bis an die Isar. Immer wieder wurde angehalten, um die schöne Aussicht bis Landau, Plattling und bis in den bayerischen Wald zu genießen. An einem Feld erklärte Alex Waas, wie der Weizen wächst und wie er seine Körner entwickelt. An einem abgerodeten Waldstück wurde das Problem des Borkenkäfers näher angesehen. An alten Rindenstücke konnte man die Löcher und Gänge, die der Buchdrucker wie der Borkenkäfer auch genannt wird, hineingefressen hat.
An der Isar angekommen gab es erst mal für die Gruppe eine Pause mit Pizzaschnecken, Kuchen und Obst. Anschließend ging es noch zum „Wasserwidder“, eine Wasserförderanlage aus früherer Zeit. Hier erklärte ebenfalls Alex Waas die Funktion dieser. Einiger der jungen Teilnehmer erfrischten sich am Wasserfall des Widders etwas mehr oder weniger ab.
Anschließend fuhr die Teilnehmer noch zur Zullinger Kirche. Hier wurde „der Frevlertritt von Zulling“ oder auch der „Teufelstritt“ genannt, bewundert. Nach drei Stunden voller Informationen, schönster Natur und bei herrlichsten Frühlingswetter machte sich die Gruppe wieder auf dem Heimweg.
Wer auch gerne mal an einer Naturstreife teilnehmen möchte, erhält Infos auf der Homepage der Wasserwacht Plattling www.wasserwacht-plattling.de oder bei Naturschutzwart Björn Schramm BjoernSchramm@wasserwacht.bayern, bei dem man sich auch hierfür anmelden kann. Die nächste Naturstreife findet am 23. Mai 2026 statt.